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In der Diplomarbeit werden anhand exemplarischer Minidrameninszenierungen
ästhetische und thematische Eigenheiten des Kabinetttheaters erarbeitet.
Dabei geht es unter anderen um die Transparenz der Prozesshaftigkeit
von Theater, wobei der Fokus auf die verschiedensten Ebenen dieses Prozesses
gelegt werden kann - von der Sichtbarmachung des literarischen Autors
bis hin zum Imaginationsprozess des Zuschauers bei der Rezeption.
Die in der literarischen Avantgarde beheimatete Textsorte Minidrama
weist dabei spezifische Eigenschaften auf, die dem Medium Figurentheater
entgegenkommen: Reduktion und Verdichtung der dramatischen Vorgänge,
eine generative, den Entstehungsprozess beinhaltende Theaterauffassung
sowie thematische Eigenheiten wie etwa das häufige Vorkommen überhöhter
Formen von Wirklichkeit, wie Groteskes und Absurdes, und die Thematiken
von Manipulation und Abhängigkeit.
Anhand des komplexen Bergriffs Metapher werden schließlich die
theaterästhetischen Verfahrensweisen des Kabinetttheaters zusammengefasst
und der Schluss gezogen, dass das für die Metapher ausschlaggebende
originelle Zusammenführen von Dingen, die dem Zuschauer neue Sichtweisen
eröffnen, sowie die ausgeprägte Reflexion des Mediums Figurentheater
die hohe Poetizität der Bühnensprache am Kabinetttheater entstehen
lassen.
"Insgesamt erweist sich die Beschäftigung
mit Figurentheater in Kombination mit avantgardistischer Literatur als
ein Forschungsfeld, das zentrale theaterästhetische Fragen aufwirft,
die sich dank der Knappheit der Kabinetttheater-Aufführungen quasi
unter dem Vergrößerungsglas studieren lassen. Fragen zum
Verhältnis von Materialität und Form oder das Paradoxon des
dynamischen ineinander greifenden Subjektivierens und Objktivierens
- beides gehört offenbar zur medialen Disposition des ambitionierten
Figurentheaters - scheint sich anhand der gewählten Beispiele besonders
gut untersuchen zu lassen. Insofern ist ein Verdienst dieser Diplomarbeit,
die Minidramen-Aufführungen des Kabinetttheaters als Gegenstand
von Gewicht für theaterästhetische Reflexionen positioniert
zu haben."
(Univ.-Prof. Dr. Stefan Hulfeld in seiner Beurteilung der Diplomarbeit)
Die ganze Diplomarbeit als PDF-download finden sie auf der E-Theses-Website
der Universitätsbibliothek Wien:
"Gebildetes und Eingebildetes"
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